20 JAHRE MAUERFALL
Fast drei Jahrzehnte lang wurde Berlin von einer Mauer geteilt. Sie war in der Zeit des Kalten Krieges die Grenzlinie zwischen den beiden großen Machtblöcken, und oft hat nur der Zufall bestimmt, welcher Stadtbezirk, welche Straße - ja welche Straßenseite und welches Haus zum sowjetischen Sektor oder zu den Sektoren der drei westlichen Alliierten USA, Großbritannien und Frankreich gehörte. Die DDR-Regierung errichtete am 13. August 1961 diese Mauer, um wegen des wachsenden wirtschaftlichen Gefälles zwischen beiden Teilen Deutschlands und der damit verbundenen Fluchtbewegung die Verbindungen zwischen Ost- und West-Berlin rigoros zu unterbrechen. Sie selbst nannte die Mauer einen "antifaschistischen Schutzwall", obwohl jeder wusste, dass sie - mit Stacheldraht und Schießbefehl - vor allem ihre eigenen Bürger daran hindern sollte, das Land zu verlassen.
So wurde die Mauer, die auf einer Länge von 43 Kilometern eine unheilvolle Wunde in das Berliner Stadtbild schlug, Familien auseinander riss und die persönlichen Freiheiten empfindlich einengte, für die meisten zu einem Symbol für die brutale Missachtung von Menschenrechten. Gleichzeitig wurde sie - das galt allerdings nur für West-Berlin - zu einer weltweit einmaligen Touristenattraktion.
Vor 20 Jahren, im Laufe des Jahres 1989, verstärkten sich in der damaligen DDR die Proteste gegen eine Regierung, die die Forderungen ihrer Bürger nach Reisefreiheit und Demokratie ignorierte und mit der Androhung von Gewalt reagierte. In Polen und in anderen Ländern des Ostblocks hatte dieser umwälzende Prozess längst begonnen – jetzt wurde auch in der DDR aus den Protesten Einzelner eine entschlossene, dabei aber vollkommen friedliche Massenbewegung. Nach wenigen Monaten konnte die "Friedliche Revolution", wie sie heute genannt wird, einen entscheidenden Sieg erringen - in den Abendstunden des 9. November 1989 fiel die Mauer...